Aschach an der Donau

Geschichtliches

Der Name „Aschach“ kommt vom keltischen „ascha“ und bedeutet soviel wie Brandopferplatz (wie alle asch-Orte). Man geht daher davon aus, dass schon in grauer Vorzeit hier eine Siedlung bestanden hat und längst vergessenen Göttern geopfert wurde. Die römische Garnison „Joviacum“ dürfte ebenfalls hier situiert gewesen sein. „Jovi“ ist der Genetiv von Jupiter (höchster Gott der Römer); daher in Zusammenhang mit dem keltischen „asch“ ist also Aschach-Joviacum das Heiligtum oder der (Brand-) Opferplatz des höchsten Gottes.

Erste urkundliche Ewähnung, Wappen und Marktrecht: Aber wie auch immer; soviel ist bewiesen, Aschach wurde zum ersten Mal 777 urkundlich erwähnt. Und zwar hat in diesem Jahr der Bayernherzog Tassilo das Stift Kremsmünster gestiftet und damit das neue Stift auch wirtschaftlich gut dastand, hat ihm Tassilo einige Schenkungen in die Wiege gelegt. So auch einen Weinberg in Aschach („…ad ascha…“), wie es in der Stiftungsurkunde nachzulesen ist.

Im Jahr 1512 hat Aschach von Kaiser Maximilian das Wappen und (viel wichtiger) das Marktrecht bestätigt bekommen. Das Recht zum Abhalten von Märkten hatte Aschach schon früh, aber Maximilian hat es den Aschachern gerne bestätigt – fiel doch dafür eine ansehliche Gebührl an, die seine chronisch leeren Staatskassen ein wenig auffüllen half.

Wappen Aschach an der Donau
Wein in Aschach

Der Aschacher Heurige

1784 wurde allgemein die freie Weinschank eingeführt, so auch in Aschach. Was zur Folge hatte, dass man bei den Aschacher Bürgern und Weinbauern die Kanne oder das Maß viel günstiger als bei den Gastwirten erstehen konnte. Vor dieser Regelung hatte es vielfach Streit gegeben. Zuerst war es die Herrschaft, die um ihre Einnahmen bangte und deshalb die Ausschank von Wein nur zwischen „Michaelstag pis auf weinachtten“ oder nur auf „vier fünf oder aufs maißte sechs schenkheüser“ erlaubte. Es war nur gestattet, eigenen Bauernwein auszuschenken, wobei jedoch mit Hinterlist seitens der Aschacher gehandelt wurde; dem eigenen Bauernwein wurde fremder Wein beigemischt.

Auch unter Strafandrohung für die Verfälschung des Aschauer Weins mit fremden Weinen gedieh und blühte das Buschenschankwesen in Aschach. Die Wirte der näheren Umgebung sahen sich in ihrer Existenz bedroht und wurden bei der „Obersten Justizstelle“ vorstelling. Der zuständige und entscheidungsbefugte Beamte in Wien schien jedoch ein Freund des „Aschacher Heurigen“ gewesen zu sein. Er gestattete die „Ausschänkung ihrer eigenen Weinfechsung bey ihren Häusern“ mit der Begründung, dass „der Wein einem Essig gleich komme und keinen Anwerte finde – der hieraus erfechsset werdende Wein so schlecht ist, dass selbst die klagenden Wirte denselben von denen Unterthanen niemalen haben abnehmen wollen …“ Das war nun ganz offenbar der geginnende Niedergang. Nichts desto trotz kamen noch einige Jahrzehnte lang Leute zu den Weinbauern des Marktes, um reschen Wein, der ihnen sogar angeblich geschmeckt haben muss, zu trinken.

Der Wein, der heute in Aschach ausgeschenkt wird, hat können Sie aber mit gutem Gewissen genießen. Ganz im Gegenteil unsere Gastronomen legen selbst Wert auf ein gutes Tropferl! Sei einigen Jahren wird nun auch wieder Wein in Aschach gepflanzt.